DIE MITGLIEDERVERSAMMLUNG AM 07. APRIL WIRD VERSCHOBEN! EIN NEUER TERMIN WIRD RECHTZEITIG BEKANNT GEGEBEN!

Telefonaktion Corona-Virus und Morbus Bechterew - Fragen und Antworten

Es sind Zeiten der Sorgen und Ängste, Zeiten, in denen das Leben auf den Kopf gestellt wird, das Alltägliche stillsteht und die Not an vielen Stellen wächst. Wohl kaum einer hätte zu Beginn des Jahres auch nur erahnen können, dass eine Viruserkrankung die Welt lahmlegen würde. Und genau in diesen Zeiten ist es von großer Bedeutung, eine Konstante im Leben zu haben. Eine Möglichkeit, sich zu informieren. Ein Ort, an dem die Fragen auf Antworten und Beruhigung treffen. Und genau dafür sind wir nun auch in diesen Tagen für Sie da!

Die DVMB steht Ihnen zur Seite!

Die Telefonaktion am 5. Mai 2020 mit den Experten RAin Meike Schoeler, Prof. Martin Rudwaleit, Prof. Herbert Kellner und Physiotherapeut Peter Lommer wurde mit großem Interesse angenommen. Wir konnten 39 Anrufer mit unterschiedlichen Anfragen an die Experten weiterleiten. Die Anfragen wurden von den Experten ausführlich und zur vollen Zufriedenheit der Patienten beantwortet. Die am häufigsten gestellten Anfragen, und wie wir meinen, von allgemeinem Interesse sind, möchten wir Ihnen bekanntgeben.

Inwieweit muss ich meinen Arbeitgeber über vorliegende Erkrankungen/Schwerbe-hinderung informieren? Anspruch auf Home-Office? Kann der Arbeitgeber mich zwingen, mich krankschreiben zu lassen? Wie sieht es mit Dienstreisen aus?

Grundsätzlich muss der Arbeitgeber weder über Erkrankungen noch über das Vorliegen einer Schwerbehinderung informiert werden. Wenn es allerdings um die Prüfung geht, inwieweit eine Rückkehr an den Arbeitsplatz zumutbar ist, sollte man im eigenen Interesse überlegen, ob es nicht sinnvoll ist, Informationen preiszugeben, um dem Arbeitgeber eine realistische Risikoeinschätzung zu ermöglichen.

Es besteht auch für chronisch kranke Menschen kein Anspruch darauf, von zu Hause aus zu arbeiten. Wenn jemand aber ein besonderes Risiko hat, könnte eine Rückkehr an den Arbeitsplatz unzumutbar und daher die Vereinbarung von Home-Office die einzige Lösung sein.

Auf keinen Fall kann man sich krankschreiben lassen. Denn das Risiko an Covid 19 zu erkranken, stellt an sich noch keine Erkrankung dar, die zu Arbeitsunfähigkeit führt.

Ebenso ist bei der Anordnung von Dienstreisen zu prüfen, inwieweit hierdurch im konkreten Fall die Gesundheit des Arbeitnehmers bedroht und damit die Dienstreise unzumutbar ist.

Erzieherin, Einnahme von Immunsuppressiva. Momentane Freistellung von der Arbeit. Soll eine „Freiwilligkeitserklärung“ unterschreiben um auf eigenes Risiko an ihren Arbeitsplatz zurückzukehren.

Erzieher/innen oder Lehrer/innen mit Vorerkrankungen dürfen weder im Unterricht noch bei Prüfungen oder in der Notbetreuung eingesetzt werden – auch nicht auf freiwilliger Basis. Dies gilt auch für Arbeitnehmer, die in häuslicher Gemeinschaft mit einer Person aus der Risikogruppe leben. „Freiwilligkeitserklärung“ auf keinen Fall unterzeichnen, weil bisher nicht geklärt ist, ob für diesen Fall Versicherungsschutz besteht.

Maskenpflicht: Wer aus gesundheitlichen Gründen (z. B. schweres Asthma, COPD) Probleme hat 8 Stunden täglich eine Maske zu tragen, sollte mit dem Betriebsarzt und dem Arbeitgeber das Gespräch suchen und klären, inwieweit z. B. eine andere Art von Maske getragen werden kann. (Näheres hierzu finden Sie unter: https://www.aktion-mensch.de/corona-infoseite/regelungen-fuer-menschen-mit-behinderung-zur-maskenpflicht.html)

Ich habe Morbus Bechterew und bin auf TNF-alpha-Blocker, habe pausiert und jetzt wieder mehr Symptome. Was tun?

Auf jeden Fall mit TNF-alpha-Blocker wieder anfangen, in der Dosierung, die vorher nötig war, um die Symptome zu kontrollieren. Es gibt bisher keine Hinweise, dass Patienten unter einer immunmodullierenden Therapie (TNF-Blocker, IL-17-Blocker) ein höheres Risiko haben, einen schweren Verlauf bei einer Covid-19 Erkrankung zu erleiden. Es gibt eine offizielle Stellungnahme der Deutschen Gesellschaft für Rheumatologie zum Thema Covid-19 (www.dgrh.de). Empfehlung ist, die rheumatologisch notwendige Therapie fortzuführen und erst bei gesicherter Covid-19 Erkrankung vorübergehend für 2 Wochen, bzw. so lange bis die Erkrankung überstanden ist, zu pausieren.

Patient mit Morbus Bechterew und Morbus Crohn und steht unter einer immunsuppressiven Therapie. Auf seiner Arbeit wird wieder in der Montage gearbeitet, mit Mundschutz, aber ohne Abstand. Wie geht es weiter?

Wichtig ist momentan tatsächlich das Einhalten der Hygieneempfehlungen wie Tragen eines Mund-Nasen-Schutzes, Abstand halten von 1,5 Metern und häufiges Händewaschen um das Risiko einer Ansteckung zu minimieren. Im Gespräch mit dem Arbeitgeber sollte sondiert werden, ob sich Abstandsregelungen nicht doch umsetzen lassen.

Wann und wie kann das Funktionstraining oder Rehabilitationssport wieder stattfinden?

Auf Grund der momentanen Situation rund um Covid-19 und der damit verbundenen Schließung der Sportstätten ist momentan kein Funktionstraining oder Rehabilitationssport freigegeben. Wann die Gruppen wieder starten dürfen ist noch unklar. Die Gruppen sollten sich aber nach den Entscheidungen der einzelnen Landesverbände richten. Momentan wird an einem Konzept gearbeitet mit konkreten Hinweisen zu Hygiene- und Verhaltensregeln für die Übungsleiter/innen und Teilnehmer/innen.

Wer waren die Experten:

 

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